Georg Heym – Der Krieg
Studierende: Saskia Kretzschmann, André Stauch
Dozent: Prof. Rochus Hartmann
Semester: Sommersemester 2011 | Elektronische Medien
Semesterthema: Shortfilm Online
Beschreibung: Das Ziel des Projekts bestand darin, ein Gedicht unter Berücksichtigung des Rhythmus und anderer formaler Aspekte für einen Kurzfilm zu adaptieren.
Unsere Wahl fiel auf das expressionistische Gedicht "Der Krieg" von Georg Heym. 1911 geschrieben, verbildlicht Heym darin die Schrecken des Krieges durch seine Personifizierung. Das Farbklima des Animationsfilms ist aus charakteristischen expressionistischen Gemälden dieser Zeit abgeleitet.

Der Krieg (Auszug)
1 Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
2 Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
3 In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,
4 Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.
5 In den Abendlärm der Städte fällt es weit,
6 Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
7 Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.
8 Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.
9 In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.
10 Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
11 In der Ferne wimmert ein Geläute dünn
12 Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.
17 Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
18 Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
19 Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
20 Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.
25 In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
26 Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.
27 Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,
28 Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.
33 Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
34 Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
35 Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,
36 Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.


Skizzen zum "Monster"



































































